Karner bzw. Kapelle, dem hl. Bartholomäus geweiht (13. Jhdt.)

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Alternativtext

Karner (Beinhaus) 13. Jhdt.

Geschichte: Es war in früher Vorzeit üblich, auf einem Friedhof eine kleine Kapelle zu errichten, ähnlich den heutigen Aufbahrungshallen. So wurde auch in Pulkau bereits 1255 ein Karner errichtet, der dem Apostel Bartholomäus geweiht wurde. Als „Karner“ wird, vom lateinischen „Carnarium“ abgeleitet, ein Beinhaus bezeichnet. Unter der Kapelle ist eine Krypta angelegt, die der Aufnahme der ausgegrabenen Gebeine der Toten diente. Es waren im Mittelalter die Friedhöfe durchwegs sehr klein, so dass sehr wenig Platz für die Begräbnisstätten war. Es mussten daher die alten Grabstellen schon nach einigen Jahren wieder neu belegt werden. Die Gebeine der exhumierten Toten wurden gereinigt, in Kalkmilch gewaschen und in der Krypta des Karners beigesetzt. Seine Form als runde Kapelle verdankt er vermutlich den Erfahrungen, die Pilger und Kreuzfahrer in Jerusalem machten.
Unter Kaiser Konstantin wurde im Jahre 330 um das Hl. Grab Christi eine runde Kapelle errichtet. Daher könnte in der Heimat diese Bauform einfach nachgeahmt worden sein, wobei sie nur für Tauf- und Grabkapellen üblich war.

Bereits 1413 wurde der Karner in Pulkau urkundlich erwähnt. In den weiteren Jahren dürften Streitigkeiten um das Lehen der Kapelle (also dem Grundbesitz, der für die Erhaltung von Kapelle und zugehörigem Priester gestiftet wurde) zwischen dem Graf von Maidburg-Hardegg und der Pfarre dazu geführt haben, dass Herzog Albrecht V die „Kapelle zum heiligen Grab“ dem Schottenstift in Wien übergab, um diesen Streit für immer zu beenden.

Der Karner außen

Vom Baustil lassen sich zwei Epochen unterscheiden: der untere, runde Teil, aus größeren Quadersteinen gefügt, stammt aus der späten Romanik, darauf aufgesetzt der zwölfeckige Oberteil aus kleineren Quadern reicht schon in den Beginn der Gotik. An der Ostseite springt die dreiteilige Apsis aus dem Rundbau heraus. Das Obergeschoss endet kronenförmig in zwölf spitzen Giebeln, getrennt durch Wasserspeier. Die Spitzen der Giebel sind jeweils durch eine Steinskulptur verziert, von denen aber nur mehr acht vorhanden sind. Die vier im Süden fehlen vollständig. Die Hauptfigur über dem Portal stellt Christus als Weitenherrscher dar, mit dem Buch des Lebens in der einen Hand, mit der Anderen weist er den Weg zu Himmel oder Hölle. Flankiert wird Christus vermutlich links und rechts von dem Stifterehepaar, Gräfin Wilbirgis und Graf Heinrich Dewin-Hardegg. Weiters zu sehen sind ostwärts der Frauengestalt ein Pelikan, als Sinnbild der Eucharistie (der Vogel der seine Brust aufreißt und mit seinem Blut seine Jungen ernährt), und zwei Steinmetzen bei ihrem Handwerk. Der Eine fleißig, der Andere sieht nach Süden in Richtung des Steinbruches, aus dem das Baumaterial für die Kapelle gebrochen wurde. An der Westseite sieht man einen vierblättrigen Klee und seine Stifter. An der Spitze des mit Holzschindeln gedeckten Daches befindet sich ein „Jerusalemkreuz“ aus Stein; charakteristisch sind die vier kurzen Querbalken, die wieder vier Kreuze bilden. Beim imposanten romanischen Stufenportal an der Nordseite, mit Zackenfries und doppelten Säulen, sind die Kapitelle mit Trauben und Blumen verziert.

Das Innere

Auch im Inneren sind die beiden Baustile deutlich zu erkennen. Das sternförmige Kreuzrippengewölbe hat einen Christus-Kopf als Schlusstein. Das Ostfenster mit dem Vierpassmaßwerk mit einer Verglasung aus dem 19. Jhdt., das kleine romanische Sündfenster zeigt die Hl. Helena, und dürfte gotisch sein. Das im Triumphbogen hängende Gemmenkreuz mit der symbolhaften Darstellung der Wunden christi wurde von Prof. Puschnik aus Anlass des Papstbesuches in Österreich 1983 geschaffen. 1984 wurde der neue Volksaltar errichtet, aus Groß Reipersdorfer Sandstein, Steinbruch Pracht-Hatey (aus dem Eggenburgium der Erdneuzeit). Die gewölbte Krypta hat eine Höhe von 7 Meter, ist etwa zur Hälfte mit alten Gebeinen gefüllt, wird jedoch nicht mehr benützt.

Pulkau: Pfarrkirche St. Michael (12. Jhdt.)

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Als Wehrkirche auf einer urzeitlichen Befestigungsanlage errichtet, war sie von einem Verteidigungsgraben und einem Wall umgeben. Auch ein unterirdischer Fluchtweg soll nach mündlichen Überlieferung von der Krypta weg bestanden haben. Geweiht ist die Kirche dem standhaften Erzengel Michael. Eine ganze Reihe von Bauphasen, ist zu unterscheiden. Der ursprüngliche einfache romanische Grundriss zeigt ein rechteckiges Langhaus mit einem schmäleren Chorquadrat, über dem sich der mächtige Wehrturm erhebt. Daran schließt sich nach Osten eine halbkreisförmige Apsis. Noch in der Romanik wurde das Hauptschiff um eine Wehretage erhöht, die in friedlichen Zeiten Pilgern zum Übernachten diente. Ende des 13. Jhdt. Wurde nordöstlich eine Kapelle an- oder ausgebaut, die nun als Sakristei dient. Darunter befindet sich eine Krypta. In der Sakristei befindet sich spätromanische Fabeltierkapitelle, sowie im nördlichen Seitenschiff ein Fresko mit der Legende der Hl. Katharina von Alexandrien aus dem 14. Jhdt. Das südliche Seitenschiff wurde in der Gotik durch eine Apsis mit Kreuzrippen und floralen Kapitellen erweitert. Das steinerne Sakramentshäuschen aus der Renaissance befand sich ursprünglich beim Hauptaltar. Das Kruzifix auf diesem Seitenaltar stammt ebenfalls aus dem 16 Jhdt., das auf Holz bemalte Bild im Rokokorahmen zeigt die Mutter Gottes. Besonderheit ist das mit Flechtbandornamenten schön verzierte Glasfenster im ersten Joch des Mittelschiffs.

Nach der Brandschatzung durch die Schweden 1645, wurde die Ruine 1671 – 1674 nach einer Spendenaktion wieder aufgebaut und erweitert; die flache Holzdecke durch ein barockes Deckengewölbe ersetzt. Die wuchtigen Mauerpfeiler sind Reste der romanischen Außenmauern. 1679 wurde die Kirche, die auch in der Reformation immer katholisch geblieben ist, neu geweiht.

Während der Kirchenreform von Joseph II wurden die „pfarrlichen Funktionen“ auf die Blutkirche übertragen, weswegen sich der Taufstein noch immer in der unteren Kirche, und nicht in der Pfarrkirche befindet. 1760 wurde der barocke Hochaltar aus rotem Salzburger Marmor mit der Figur des Hl. Michael errichtet, die Vergoldung erfolgte 1869.

Die Steinkanzel, mit dem Relief von Christus, den vier Kirchenvätern, Engelsköpfen und Früchten, stand ursprünglich in der Blutkirche, dann beim Bründl, und seit der Renovierung 1936 am derzeitigen Platz.

Die Orgel an der Rückseite wurde 1762 – 1764 vom Wiener Orgelbaumeister Matthias Jeßwagner errichtet, verfügt über 18 Register, und ist noch im Originalzustand erhalten.

Über den Beichtstühlen hängen Bilder des Hl. Benedikt und seiner Schwester der Hl. Scholastika. Nach Dehio sollen sie aus der Schule des Kremser – Schmidt stammen.

Die Seelenwaage, ist als Reliefstein an einem Strebepfeiler der südlichen Außenseite der Apsis zu sehen. Aus der zweiten Hälfte des 13. Jhdt. Stammend, wird der Hl. Michael mit der Seelenwaage und dem Teufel gezeigt. Eine ähnlihce Darstellung aus dem Romanik ist bekannt aus der Biblia pauperum an der Apsis der Pfarrkirche Schöngrabern.

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